Ist's auch eine Freude

Ist's auch eine Freude,
Mensch geboren sein?
Darf ich mich auch heute
meines Lebens freun?

Wo so viele Tränen,
so viel Angst und Not,
so viel banges Sehnen,
Schmerz und endlich Tod?

Ja, es wär zum Weinen,
wenn kein Heiland wär;
aber Sein Erscheinen
bracht den Himmel her.

Wer zu Ihm kann sagen;
"Mein Gott und mein Herr!"
darf ja nimmer klagen,
stets wird's herrlicher.

Ich hab selge Stunden
oft bei dir, o Herr,
aus dir Kraft empfunden,
wenn mein Herz war schwer.

Hast mir viel gegeben,
mir, dem schnöden Kind,
neue Gnad gegeben mir,
der schlecht gedient.

Ist's nicht so auf Erden
gut, ein Mensch zu sein?
Wagt's auch, ihr Gefährten,
euch dem Herrn zu weihn!

Wüsstens's doch die Leute,
wie's beim Heiland ist,
sicher würde heute
mancher noch ein Christ.

Doch hat bei der Freude
auch der Christ viel Schmerz;
aber auch bei Leide
blickt er himmelwärts.

Und vom Himmel nieder
blickt sein Herr ihn an,
dass er fröhlich wieder
weiter pilgern kann.

Endlich kommt er leise,
nimmt uns bei der Hand,
führt uns von der Reise
heim ins Vaterland.

Dann ist's ausgerungen,
ach, dann sind wir da,
wo Ihm wird gesungen
ein Viktoria!

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